2015-05-09 13.48.30

1 Jahr – 12 Monate – 365 Tage – 8760 Stunden – 525600 Minuten – 31536000 Sekunden Glück

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Meine geliebte Tochter,

vor 31536000 Sekunden stand die Zeit für deinen Papa und mich kurz still. Dein erster Atemzug, dein erster Schrei und dich das erste Mal auf meiner Brust spüren. Ich kann mich so gut daran erinnern wie er war, dieser Moment! Die Erleichterung, dass nach 3 Tagen Einleitung und 19h Kreißsaal alles überstanden war, dass es dir gut ging und wir endlich eine richtige Familie waren!

Inzwischen ist viel Zeit vergangen. Mal verging sie schneller, mal langsamer. 525600 ereignisreiche Minuten liegen hinter uns und ich versuche mir in den nächsten zwei Wochen (ich beginne Mitte April diesen Bericht zu schreiben) alles noch einmal in Erinnerung zu rufen.

20140508__Charlotte_und_Steffi_1Die Geburt war lang und nicht ganz einfach, aber dein Papa war ständig an unserer Seite und hat dich freudig erwartet. Du wurdest gleich nach dem ersten Atemzug in ein weißes Handtuch gewickelt auf meine Brust gelegt und hast deine Eltern und die Welt mit großen Augen neugierig betrachtet. Wir haben uns sofort in dich verliebt und dein Name stand zu dem Zeitpunkt endgültig fest.

Dein Papa hat dich ab diesem Moment nicht mehr aus den Augen gelassen, genau beobachtet wie du zum 1. Mal untersucht wurdest und deine Hand gehalten als du geweint hast, weil die Welt auf einmal so hell und kühl war.

Das Stillen hat nach der U1 auf Anhieb geklappt. Du hast dich hungrig auf Mamas Brust gestürzt und getrunken wie ein Profi. Auch die Hebammen waren ganz begeistert von unserem hübschen, aufgeweckten Mädchen.

Seither ist viel passiert!

Du warst von Anfang an ein entspanntes Baby. Geschrien wurde nur, wenn dich wirklich etwas gestört hat. In der ersten Nacht zu Hause waren das auch mal 6 Stunden. Entschuldige, dass wir nicht sofort verstanden haben, dass dir Mamas Milch nicht gereicht hat. Dieses zufriedene Lächeln nach dem ersten Milchfläschchen werde ich nie vergessen.

Im Rückbildungskurs haben mich viele Mamas beneidet. Du bist trotz des ganzen Trubels einfach neben mir eingeschlafen. Daran ist heute nicht mehr zu denken. Wenn du was zum Gucken hast, dann hält dich das trotz aller Müdigkeit wach.

Dein entspanntes Gemüt hat auch dazu geführt, dass du es erst mit 10 Monaten nötig fandst dich robbend fortzubewegen und zu drehen. Es gab schließlich immer etwas zu Sehen das dich beschäftigt hat, aber als dann auf einmal Mamas Handy auf dem Boden lag, da konnte dich nichts mehr halten und du hast dich mit beiden Händen vorwärts gezogen. Schnell ging das immer besser, aber anstatt zu krabbeln hast du beschlossen, dass es viel schöner ist aufrecht zu laufen wie Mama und Papa es tun. Wir dürfen das seither nicht mehr, sondern müssen dir die Hände reichen, damit du, dich an uns festhaltend, die Welt erkunden kannst. Ich bin mir sicher es dauert nicht mehr lange bis du die Welt ganz allein erkundest. Und dann kann dich nichts mehr halten.

Du kannst dich schon toll allein beschäftigen. Du wühlst dich durch deine Spielzeugkiste und wirfst alles raus bis du das entdeckt hast was du gesucht hast, juchzst wenn du einer Katze näher kommst als dieser lieb ist oder räumst das Bücherregal aus. Bücher sind sowieso etwas ganz Tolles. Egal ob allein, mit Mama, Papa, Oma oder Opa, du liebst es zu lesen und ich freue mich schon darauf mit dir Büchergeschäfte und Büchereien nach Abenteuern zu durchstöbern.

2015-05-09 13.48.30Jetzt bist du also 1 Jahr alt und es ist so viel passiert im letzten Jahr. Vom kleinen, hilflosen Wesen wurdest du zu einem (noch nicht ganz selbständigen) Kleinkind. Du gibst uns so viel Liebe und vergiltst uns damit die oft mal anstrengenden Nächte (und Tage). Ich bin so gespannt was das nächste Jahr bringen wird und bin froh, dass ich es mit dir gemeinsam zu Hause erleben darf.

Ich liebe dich von ganzem Herzen!

 

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Mama-Schlaf und Papa-Schlaf

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Es ist 3 Uhr nachts und ich bin wach. Wach und frustriert und genervt und überhaupt!

Die vergangenen 3 Nächte habe ich im Gästezimmer verbracht. Ich war erkältet und wollte verhindern meine Kleine, die ja sonst im Beistellbett direkt neben mir liegt, durch die Nähe anzustecken. Also hat Korbi sich auf meine Betthälfte neben Charlotte gelegt und ich bin 2m weiter ins Gästezimmer gezogen. Sonderlich gut hab ich da nicht geschlafen, mich viel gewälzt und ich lag auch ohne waches Baby um etwa diese Uhrzeit wach.

Korbi, der, wenn ich neben Lotte liege, nachts eigentlich nie von ihrem Weinen wach wird, war optimistisch, dass er seine Tochter besser hört wenn er „zuständig“ ist. Tja, wir mussten es nicht testen, denn sein Töchterlein schlief 8-10h durch!

Mir geht’s inzwischen besser, so dass ich heute Nacht wieder in mein Bett gezogen bin und mich auf ein durchschlafendes Baby gefreut habe.
Nöööö, dachte sich dieses, wachte nach mal eben nur 3,5h Schlaf auf und verlangte partout nach seinem Fläschchen! Grrrrrrrrrrrrr!
Was bitte mach ich falsch läuft da falsch wenn ich neben ihr liege? Ist das der Unterschied zwischen Mama-Schlaf und Papa-Schlaf?
Bewege ich mich zuviel? (Korbi ist eher der „Wenn ich eingeschlafen bin kann die Welt zusammenstürzen, ich beweg mich nicht“-Schläfer und ich wälze mich dann doch auch mal rum.)
Strahle ich irgendwelche falschen Schwingungen aus? Auch wenn’s schön ist mal wieder Zeit zum Bloggen zu haben, ich würde wirklich lieber schlafen!

Ich bin müde und genervt und frustriert und überhaupt …
Gute Nacht!

PS: Ich weiß, eigentlich darf ich mich gar nicht beschweren. Immerhin schläft Charlotte seit Anfang an sehr gut und sie schläft inzwischen vor allem auch nach nächtlichen Fläschchen sehr schnell und problemlos wieder ein, wofür ich sehr dankbar bin!
Aber ein bisschen mehr Papa-Schlaf wenn die Mama neben dir liegt wäre toll, mein kleines großes Mädchen!


Taufe (1)

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Zu diesem Thema gab es reichlich Diskussionen zwischen Korbinian und mir, mal hitzig, mal eher nüchtern, aber das schon seit vielen Jahren.

Die Schwangerschaft über habe ich das Thema eher ausgeklammert und verdrängt, ich hatte wohl Angst vor den Streitereien, aber nach Charlottes Geburt war es natürlich aktuell.

Zur Situation:
Korbinian ist nicht getauft, nicht gläubig und steht der Kirche (wobei er hauptsächlich die katholische Seite kennt) sehr distanziert bis abweisend gegenüber.
Ich bin evangelisch getauft und konfirmiert und war in meiner Jugend sehr aktiv in meiner Heimatgemeinde tätig. Ich habe als Kind an Freizeiten teilgenommen und diese später auch betreut, Kindergottesdienste und Kinderbibelwochen mitgestaltet und auch eine Jugendgruppe geleitet. Seit ich von zu Hause ausgezogen bin habe ich zwar keinen regulären Gottesdienst mehr besucht, würde mich aber trotzdem als gläubig bezeichnen. Ich weiß (und es ist mir wichtig), dass Gott über uns wacht und es gab mir immer Kraft zu wissen, dass verstorbene Familienmitglieder bei ihm im Himmel ihre Ruhe finden konnten.

Nach Charlottes Geburt merkte ich von Tag zu Tag, wie wichtig es mir ist, dass sie getauft wird, Gottes Segen erhält und unter seinem Schirm aufwachsen kann. Viele Lieder aus meiner Jugendfreizeit-Zeit fielen mir wieder ein und ich begann sie ihr vorzusingen.
Irgendwann habe ich dann auch das Thema Taufe wieder auf den Tisch gebracht und nach weiteren Stunden der Diskussion, des Abwägens und ehrlich gesagt auch der Tränen, gab Korbinian klein bei. Er ist nicht überzeugt und findet es glaube ich auch immer noch nicht gut, dass Charlotte getauft wird, aber wir lassen sie taufen. :-)

Ich hätte nie gedacht, dass mir nach seinem OK so ein Stein vom Herzen fallen würde. Ich danke dir dafür mein Schatz! :flower:

Jetzt stecke ich also mitten in den Vorbereitungen, die Einladungen wurden votgestern verschickt und ich bastle, wenn Charlotte mich mal lässt, an kleinen Gastgeschenken. Nach der Taufe gibt es auf jeden Fall noch einen Blogpost mit Bildern und vor allem Links mit Shopempfehlungen bei Dawanda, wo ich die Einladungen und Bastelzubehör bestellt habe. :-)


Brei oder nicht Brei, das ist hier die Frage

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Charlotte ist jetzt fast 5 Monate alt und von den Omas, Freunden und Bekannten werden wir schon seit einer gefühlten Ewigkeit gefragt, wann sie denn endlich etwas Richtiges zu Essen bekommt. *seufz*

Ich habe selbst kein vollkommen einfaches Verhältnis zu Essen und möchte dies meiner Tochter ersparen. Ich will ihr gesunde Ernährung vermitteln, zeigen, dass Süßigkeiten zwar zum Alltag gehören, aber nicht ständig gegessen werden sollen und auch maßvolles Genießen näherbringen. Wie das am besten gehen soll? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung.
Am Besten und Eindrucksvollsten funktioniert sicherlich das Vorleben gesunder Ernährung. Hier muss ich mich also an meiner eigenen Nase packen und darauf achten, dass wir unsere Ernährung mehr und mehr in die gesunde Richtung verändern. Wir sind dabei.

Tja und dann ist da noch das Thema Brei. Ab dem 5. Lebensmonat soll man, nach aktuellem Kenntnisstand, bei allergiegefährdeten Kindern mit Beikost beginnen. Als sie 4 Monate und 1 Woche alt war, haben wir ihr die ersten Löffel Karottenbrei gegeben und sie sah nicht gerade glücklich aus. ;-)

Seither gab es noch ein paar Mal Brei und sie gewöhnt sich so langsam daran. Wir haben der Einfachheit halber mit Hipp Frühkarotte und Weiße Karotte begonnen. (Irgendwie sehe ich es nicht ein für 3-4 Löffelchen schon selbst zu kochen.) Inzwischen isst sie pro Mahlzeit ungefähr das halbe Gläschen und sperrt auch den Schnabel auf, wenn sie den Löffel sieht. Es wird also. Wir werden jetzt aber erst noch die restlichen 8 Gläschen Karotte füttern und dann koche ich Kürbisbrei. Bietet sich um diese Jahreszeit einfach an.

Was mich aber auch noch fasziniert ist das Thema , auf deutsch vom Baby gesteuerte Entwöhnung (gemeint ist die Entwöhnung von der Brust, also das Abstillen, es klappt aber auch bei „Flaschenkindern“) Das Konzept sieht vor, dass die Babys, sobald sie selbständig sitzen können, was bei uns ohne Unterstützung von Mama und Papa leider noch nicht der Fall ist, am Familienessen teilnehmen. Sie erhalten handgerecht geschnittenes, gekochtes Gemüse, Fleischstücke etc. und zwar genau das, was auch Mama und Papa gerade essen. Wichtig ist, dass das Essen dabei ungesalzen und gerade am Anfang eher sanft gewürzt ist und von den Babys gut in der Hand gehalten werden kann. Das Baby darf dann selbst entscheiden, was von den Sachen, die vor ihm auf dem Teller liegen, es gerade „essen“ möchte. Wobei essen hier das falsche Wort ist. Zu Beginn lernen die Kleinen die Texturen kennen, üben mit der Zunge umzugehen und etwas „abzubeißen“, zu kauen und zu schlucken. Für die Sättigung und die nötigen Nährstoffe ist noch längere Zeit die Muttermilch bzw., wie in unserem Fall, das Fläschchen zuständig. Mitessen am Tisch bei Mama und Papa bedeutet aber auch, dass es bei Mama und Papa frisch gekochte, abwechslungsreiche und gesunde Mahlzeiten geben muss. Kein Fastfood, kein Lieferessen und nicht jeden Tag Nudeln. ;-)
Eine Herausforderung, die ich annehmen möchte, wenn auch sicher nicht jeden Tag und bei jeder Mahlzeit. Ich möchte Baby-Led Weaning mit Breifütterung kombinieren.
Der Vorteil: Charlotte lernt die Lebensmittel in ihrer normalen Form kennen und nicht nur als Brei. Sie lernt mit den verschiedenen Texturen umzugehen und kann selbständig entscheiden was, wann und wieviel sie davon isst. Ich erhoffe mir dadurch für mich einen weiteren Gewichtsverlust ;-) durch eine ausgewogene Ernährung und für sie ein gesundes Verhältnis zu Essen, Genuss beim Essen und Spaß neue Lebensmittel auszuprobieren.
Sauerei wird es so oder so geben. Auch beim Brei.

Interessant finde ich als Grundlage und Rezeptbörse das original Baby-Led Weaning Kochbuch (gibt’s leider nur auf Englisch) und bald soll auch ein deutsches Baby-Led Weaning Rezeptbuch auf den Markt kommen. Ob’s das braucht, weiß ich nicht. Ich selbst koche fast immer nach Rezept und finde es daher hilfreich etwas an der Hand zu haben.


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Schlaf, Kindchen schlaf

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Achja, das Thema Schlaf ist bei Müttern, wie ich gemerkt habe, sehr wichtig und eigentlich ein ständiges Gesprächsthema. Ob unter Freundinnen (im Chat und bei Treffen) oder auch beim Smalltalk mit Fremden in Bus und Ubahn.

Charlotte schläft seit ihrem 2. Tag zu Hause eigentlich sehr gut. In der zweiten Nacht zu Hause, da war sie gerade 5 Tage alt, hat sie ganze 8h durchgeschlafen. Korbi und ich wachten morgens auf und waren ziemlich baff. Wer kommt schließlich auf die Idee, sich bei einem Neugeborenen den Wecker stellen zu müssen. An dem Tag kam dann auch die Hebamme zum 1. Mal vorbei und hat uns erst einmal geschimpft, dass die Kleinen noch nicht so lange ohne etwas zu Essen sein dürfen, weil sie eventuell nicht merken, dass sie hungrig sind und dadurch in Unterzucker geraten können. Bis Charlotte ihr Geburtsgewicht wieder erreicht hatte haben wir sie also alle 4-5h zum Stillen geweckt, was mal mehr mal weniger gelang. ;-)

In den letzten 4 Monaten ging es mal so mal so. Von 2h bis 9h Schlaf am Stück war alles dabei. Ich würde sagen die langen Nächte sind in der Überzahl und wir dürfen ich darf mich nicht beschweren. (Korbi kriegt ja nicht mit wenn sie nachts wach wird!)

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Die letzten Tage ist allerdings vor allem der Tagschlaf ein kleiner Kampf. Ich glaube, die Welt ist inzwischen so spannend, da gibt es einfach zu viel, was ihr wichtiger ist als zu schlafen. (Da kommt sie eben ganz nach ihrem Papa.) Aber entsprechend „abgefüllt“ und mit Schnuller (oder manchmal auch Daumen) im Mund klappt das dann auch mit einem Mittagsschläfchen.