1 Jahr – 12 Monate – 365 Tage – 8760 Stunden – 525600 Minuten – 31536000 Sekunden Glück

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Meine geliebte Tochter,

vor 31536000 Sekunden stand die Zeit für deinen Papa und mich kurz still. Dein erster Atemzug, dein erster Schrei und dich das erste Mal auf meiner Brust spüren. Ich kann mich so gut daran erinnern wie er war, dieser Moment! Die Erleichterung, dass nach 3 Tagen Einleitung und 19h Kreißsaal alles überstanden war, dass es dir gut ging und wir endlich eine richtige Familie waren!

Inzwischen ist viel Zeit vergangen. Mal verging sie schneller, mal langsamer. 525600 ereignisreiche Minuten liegen hinter uns und ich versuche mir in den nächsten zwei Wochen (ich beginne Mitte April diesen Bericht zu schreiben) alles noch einmal in Erinnerung zu rufen.

20140508__Charlotte_und_Steffi_1Die Geburt war lang und nicht ganz einfach, aber dein Papa war ständig an unserer Seite und hat dich freudig erwartet. Du wurdest gleich nach dem ersten Atemzug in ein weißes Handtuch gewickelt auf meine Brust gelegt und hast deine Eltern und die Welt mit großen Augen neugierig betrachtet. Wir haben uns sofort in dich verliebt und dein Name stand zu dem Zeitpunkt endgültig fest.

Dein Papa hat dich ab diesem Moment nicht mehr aus den Augen gelassen, genau beobachtet wie du zum 1. Mal untersucht wurdest und deine Hand gehalten als du geweint hast, weil die Welt auf einmal so hell und kühl war.

Das Stillen hat nach der U1 auf Anhieb geklappt. Du hast dich hungrig auf Mamas Brust gestürzt und getrunken wie ein Profi. Auch die Hebammen waren ganz begeistert von unserem hübschen, aufgeweckten Mädchen.

Seither ist viel passiert!

Du warst von Anfang an ein entspanntes Baby. Geschrien wurde nur, wenn dich wirklich etwas gestört hat. In der ersten Nacht zu Hause waren das auch mal 6 Stunden. Entschuldige, dass wir nicht sofort verstanden haben, dass dir Mamas Milch nicht gereicht hat. Dieses zufriedene Lächeln nach dem ersten Milchfläschchen werde ich nie vergessen.

Im Rückbildungskurs haben mich viele Mamas beneidet. Du bist trotz des ganzen Trubels einfach neben mir eingeschlafen. Daran ist heute nicht mehr zu denken. Wenn du was zum Gucken hast, dann hält dich das trotz aller Müdigkeit wach.

Dein entspanntes Gemüt hat auch dazu geführt, dass du es erst mit 10 Monaten nötig fandst dich robbend fortzubewegen und zu drehen. Es gab schließlich immer etwas zu Sehen das dich beschäftigt hat, aber als dann auf einmal Mamas Handy auf dem Boden lag, da konnte dich nichts mehr halten und du hast dich mit beiden Händen vorwärts gezogen. Schnell ging das immer besser, aber anstatt zu krabbeln hast du beschlossen, dass es viel schöner ist aufrecht zu laufen wie Mama und Papa es tun. Wir dürfen das seither nicht mehr, sondern müssen dir die Hände reichen, damit du, dich an uns festhaltend, die Welt erkunden kannst. Ich bin mir sicher es dauert nicht mehr lange bis du die Welt ganz allein erkundest. Und dann kann dich nichts mehr halten.

Du kannst dich schon toll allein beschäftigen. Du wühlst dich durch deine Spielzeugkiste und wirfst alles raus bis du das entdeckt hast was du gesucht hast, juchzst wenn du einer Katze näher kommst als dieser lieb ist oder räumst das Bücherregal aus. Bücher sind sowieso etwas ganz Tolles. Egal ob allein, mit Mama, Papa, Oma oder Opa, du liebst es zu lesen und ich freue mich schon darauf mit dir Büchergeschäfte und Büchereien nach Abenteuern zu durchstöbern.

2015-05-09 13.48.30Jetzt bist du also 1 Jahr alt und es ist so viel passiert im letzten Jahr. Vom kleinen, hilflosen Wesen wurdest du zu einem (noch nicht ganz selbständigen) Kleinkind. Du gibst uns so viel Liebe und vergiltst uns damit die oft mal anstrengenden Nächte (und Tage). Ich bin so gespannt was das nächste Jahr bringen wird und bin froh, dass ich es mit dir gemeinsam zu Hause erleben darf.

Ich liebe dich von ganzem Herzen!

 

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