Stephan Neururer: Das letzte Diätbuch

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Der Titel des Buches klingt verführerisch: „Das letzte Diätbuch„.
Bei vielen, die sich mit den Themen Diät oder Ernährungsumstellung beschäftigen, stehen sicherlich viele Bücher zu den verschiedensten Diäten im Schrank und die Neugierde hat mich zu diesem Buch verleitet.

Positiv an diesem Buch finde ich, dass es sich ganz klar nicht um eine (Crash-Diät) handelt, sondern um eine Art der Ernährungsumstellung. Der Grundsatz „Was verboten ist wird umso interessanter.“ ist nicht nur bei kleinen Kindern wahr, sondern trifft eben auch auf Schokolade & Currywurst zu.

Stephan Neururer schreibt, dass man sich nichts verbieten soll, sondern die Portionen (der ungesunden Lebensmittel) klein halten soll. Man soll nur dann zum Essen greifen wenn man Hunger hat und dann langsam essen und nicht alles auf einmal in sich reinschaufeln. Außerdem sollte man unbedingt aufhören zu essen, wenn man satt ist!

Das Bild, das Herr Neururer dabei verwendet ist das von Gebirgen an alten Gewohnheiten, die sich aufgebaut haben. Diese soll man nun langsam angehen. Wer sich vornimmt auf einmal das ganze Verhalten zu ändern wird damit wenig Erfolg haben. Auch sehr disziplinierten Menschen wird es schwer fallen sich immer allen Zwängen zu unterwerfen und wenn man dann einmal „ausgerutscht“ ist, dann ist die Gefahr groß, ganz vom geplanten Weg abzukommen und wieder den einfachen, alten und bekannten Weg zu gehen. Diese Idee finde ich sehr nahe liegend und aufschlussreich. Ich habe auch bei mir festgestellt, dass es mit der Abnahme nicht klappt, wenn ich mich zu großen Zwängen unterwerfe. Ich fühle mich dann zu sehr unter Druck gesetzt, blocke ab und verfalle schlussendlich doch wieder in die alten Verhaltensmuster.

Was mir an dem Buch nicht so gefallen hat, ist Neururers Vorschlag, wie man diese kleinen Schritte in Bezug auf die Hauptmahlzeiten angehen soll. Er empfiehlt vor jeder Hauptmahlzeit eine kleine Vorspeise; einen Salat, eine Suppe, … Dabei beschränkt er den Leser nicht auf bestimmte Gerichte und lässt ihm freie Hand, welche Vorspeise dieser sich auswählt. Zwar erwähnt er auch, dass man sich nicht unbedingt eine Cremesuppe vor einem deftigen Hauptgang servieren sollte, ich kann mir jedoch vorstellen, dass viele, die bisher schon Schwierigkeiten haben sich gesunde Gerichte auszuwählen, durch diese Methode noch mehr Kalorien zu sich nehmen als bisher.

Natürlich ist die Idee, die hinter Neururers Vorschlag steckt, sehr gut und empfehlenswert. Der Leser soll durch eine Vorspeise schon leicht gesättigt sein, bevor er sich an die Hauptmahlzeit setzt. Dadurch dauert die einzelne Mahlzeit länger und man bemerkt das Sättigungsgefühl schneller. Dadurch, so behauptet Neururer, nimmt man nur etwa 90% der Kalorien zu sich, die man zu sich nehmen würde, wenn man nur das Hauptgericht essen würde.
Grundsätzlich stimme ich dem zu! Schwierig wird es nur, wenn Cremesuppe & Currywurst mit Pommes aufeinander treffen oder bei Menschen, die durch ein gestörtes Sättigungsgefühl nicht wissen, wann sie satt sind und aufhören sollen zu essen.

Für mich bot Das letzte Diätbuch keine großartigen neuen Erkenntnisse. Ich habe durch das WeightWatchers-Programm gelernt auf mein Sättigungsgefühl zu hören und beende meine Mahlzeit (auch in Restaurants) wenn ich satt bin, also manchmal auch schon bevor der Teller leer ist. Ich fühle mich deutlich besser, wenn ich mich nicht bis zur Bewegungsunfähigkeit „überfresse“ und da leiste ich es mir auch mal den halben Teller zurück gehen zu lasse anstatt zu sagen „jetzt hab ich das schon teuer bezahlt, jetzt esse ich auch auf“.
Aber allen, die sich ein wenig Motivation wünschen und bei dieser Thematik Unterstützung brauchen können, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.


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